Pollnow

Sagen und Erzählungen in und um Pollnow


24. Das Pollnower Schloß und seine Herren.

Vor Jahrhunderten war das Schloß in Pollnow eine Burg mit Vorratsräumen, Speichern und Ställen. Sie hatte Wälle mit Pfahlwehren und Türmen; rundum zogen sich tiefe Wassergräben, Teiche und Sümpfe hin. Unter dem festen Hause mit seinen dicken Mauern fanden sich viele Keller, Gewölbe und Gänge. Unterirdische Gänge führten bis zum Burgwall und einer sogar bis zur Kapelle auf dem Heiligen Berge. Den benutzen die Ritter, wenn sie ungesehen das Schloß verlassen oder auch heimlich zurückkehren wollten. Er ist schon lange eingestürzt; an einer Senkung in den Feldern kann man heute noch erkennen, wo er gewesen ist. Noch vor einigen Jahzehnten konnte man vom Keller des Schlosses aus eine Strecke hineingehen. Jetzt ist er zugemauert.
Die Stadt lag außerhalb der Schloßbefestigung und viel niedriger. Sie war nicht so gut geschützt.
Die Ritter auf dem Schlose waren auch Herren der Stadt. Die Bürger mußten schwer fronden auf den Feldern der Schloßherrschaft und bei ihren Bauten an der Burg. Dazu mußten die Einwohner noch hohe Abgaben zahlen. Wenn sie sich weigerten, bekamen sie die harte Hand des Herren zu spüren. In den festen Gewölben des Schlosses lagen in Schmutz und Nässe oft Gefangene, die mit Ketten an die eisernen Haken in den Mauern gefesselt waren.


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25. Das Rittergrab im Schloßgarten zu Pollnow.

Einer von den Schloßherren zu Pollnow war ein tapferer Ritter. Er sorgte für Sicherheit und Ordnung und behandelte seine Leute mit Milde. Darum liebten sie ihn und waren ihm sehr ergeben.
Einmal mußte er mit seinen Knechten gegen Feinde in den Kampf reiten. Dabei wurde er so schwer verwundet, daß er starb. Da trugen die Knechte ihren toten Herrn zurück zum Schloß, viele Tage lang. Im Schloßgarten machten sie ein Grab, legten ihn hinein und bedeckten ihn mit ihren Schilden. Dann schaufelten und karrten sie mit vieler Mühe einen großen Hügel darüber. Es war der Hügel, den viele ältere Leute noch gesehen haben und Burgwall nannten.


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