Pollnow

Sagen und Erzählungen in und um Pollnow


53. Die „Ottenkul“ im Pollnower Unterwald.

Westlich der Schlawer Chaussee, drei Kilometer von Pollnow entfernt, liegen im Unterwald zwei Seen, der Große und der Kleine Jüning. Von dem Jüning zieht sich eine Schlucht durch den Wald, die heißt bei allen Leuten Ottenkul. Über die Entstehung dieses Namens erzählt man folgendes:
Ein früherer Pächter dieses Sees hatte in den Abfluß des Jüning einen Fischkasten eingebaut, in dem er die gefangenen Fische bis zum Verkauf aufbewahrte. Nun merkte er aber bald, daß ihm immer wieder Fische gestohlen wurden. Er lag deshalb oft auf der Lauer, aber er konnte den Dieb nicht fassen. Da sicherte er den Fischkasten, indem er rundherum alte Sensen und eiserne Spitzen anbrachte; die sollten dem Dieb das Stehlen unmöglich machen.
Aber nun geschah ein Unglück. In der Nacht kam der Dieb wieder, um sich billige Fische zu holen. Dabei drangen ihm die scharfen Eisen in den Leib und verletzten ihn schwer. Trotz der großen Wunden schleppte er sich noch in die Schlucht. Dort brach er zusammen und starb. Der Dieb hieß Ott, und die Waldschlucht nennt man seither Ottenkul.


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54. Der „Lot sinn“.

In der Pollnower Gemarkung führte eine Stelle zwischen den Sohrbergen und dem Schwarziner Kirchsteig den seltsamen Namen „Lot sinn“. Hier wurde vor vielen Jahren einmal ein Mann überfallen und beraubt. Als die Räuber ihn niederschlugen, bat er um Schonung seines Lebens und rief einigemal: „Lot sinn! Lot sinn!“ Seitdem wird die Stelle auch so genannt.


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