Pollnow

Sagen und Erzählungen in und um Pollnow


55. Wie das Dorf Sydow zu seinem Namen kam.

Vor vielen, vielen Jahren war Sydow noch nicht so groß wie jetzt. Es bestand nur aus ein paar Bauernhäusern und einer kleinen Schenke. Es hatte noch keinen Namen.
Da wanderten einmal spät in der Nacht noch einige Männer durch die großen Wälder, die hinter Pollnow liegen. Sie hatten sich verirrt und wußten nicht, wohin und woher. Aber im Walde konnten sie nicht bleiben; denn es gab noch viele Wölfe. Auch machten Räuber die Gegend unsicher. Also wanderten sie immer weiter, durch Dick und Dünn, durch Schluchten und über Berge. Plötzlich sah einer von ihnen weit hinten in der Ferne ein kleines Licht. In seiner Freude rief er: „Sü do! Do is Licht!“ Nun schritten sie gerade auf dieses Licht zu. Sie kamen auch richtig hin. In der Schenke fragte der Wirt, wie sie dorthin gefunden hätten. Da erzählten sie alles. Das gefiel den Bauern, die dabeisaßen, und es wurde eine Redensart bei ihnen: „Sü do! Do is Licht!“ Das Dorf aber behielt davon den Namen Sydow.


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56. Woher der Name Rotzog stammt.

Wo heute das Dorf Rotzog liegt, war früher ein großer Wald. Da kamen Männer aus Rügenwalde und fingen an, die Bäume zu fällen. Das Holz verbrannten sie zu Asche, die sie in Tonnen schütteten und nach Rügenwalde sandten. Der Abfall von dem Holz wurde zu Haufen zusammengeworfen, die nannten die Köhler Rotzhope. Bald wurde auch ein Haus errichtet. Weil es zwischen den Haufen stand, bekam es ebenfalls den Namen Rotzhope.
Auf dem freigewordenen Lande siedelten sich Bauern an, rodeten die Stubben und machten sich Äcker. Aber der Name blieb, doch wurde daraus allmählich Rotzog.


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